AKTUELLE INFORMATIONEN COVID 19

Bürgermeister Jan Kuchař wendet sich gegen Panikmache.

Der bekannte Kurort befindet sich unter erhöhter Medienbeobachtung, nachdem die Stadt als ein Hotspot der Corona-Infektion bezeichnet wurde. Laut Franzensbads Bürgermeister, Jan Kuchař, geht es dabei jedoch vor allem um die Sensation, die aus einer ungenauen Interpretation der Zahlen resultiert.

“In ständiger Rücksprache mit der zuständigen Hygienestelle (Gesundheitsbehörde) des Karlsbader Kreises haben wir als Kurbad alle notwendigen Hygienemaßnahmen ergriffen, die von dieser Gesundheitsbehörde als entsprechend der Situation bewertet werden. Es tut mir leid, dass niemand der zuständigen Medien schreibt, dass die auf Franzensbad bezogenen Zahlen der Infizierten eine Summe aus mehr als einem Monat darstellen. Würde man auf diese Weise mit jedem anderen touristischen Ort in der Tschechischen Republik umgehen, wären die Zahlen ähnlich und vielleicht sogar noch alarmierender”, sagt Kuchař.

In Wirklichkeit gibt die in Medien diskutierte hohe Zahl die Anzahl aller positiv Getesteten an, die irgendeine “Verbindung zur Stadt” haben. Unter ihnen sind auch solche Leute, die in der Stadt nur einen kurzen Halt gemacht, einen Kaffee getrunken oder auch nur einige wenige Tage hier verbracht haben. Die Rückverfolgung der Infizierten verläuft im Nachhinein, daher umfassen die aktuellen Zahlen eine Zeit von etwa 5 Wochen. Die Statistiken zeigen, dass die durchschnittliche Aufenthaltsdauer in Franzensbad 6,5 Tage beträgt, also rund eine Woche. Die gesamte Kapazität aller Unterkünfte beträgt 4.665 Betten.

Dies bedeutet, dass in Franzensbad während dieser Zeit rund 23.000 Gäste untergebracht waren. Hinzu kommen durchschnittlich 500 Besucher pro Tag und das sind weitere 17.500 Personen innerhalb von 5 Wochen. In den letzten 5 Wochen, also seitdem man die Fälle in Franzensbad nachverfolgt, besuchten rund 40.000 Menschen Franzensbad. Keine niedrige Besucherzahl für eine Stadt mit 5500 Einwohnern. Laut Gesundheitsbehörden wurden insgesamt 200 Personen mit “VERBINDUNG” zu Franzensbad positiv getestet. Das sind 0,5%. In denMedien wird dabei nicht erwähnt, dass viele Infizierte bereits mit Symptomen ankamen oder sie während der ersten Tage ihres Aufenthalts bemerkt haben. Sie haben sich also nicht in Franzensbad angesteckt.

“Es betrübt mich, dass hier künstlich Panik erzeugt wird und dass man unsere Stadt stigmatisiert”, sagt Kuchař. “Wir hatten einfach das Pech, dass verschiedene Infektionsfälle zu uns führten, und ich lehne diese mediale Hexenjagd ab. Welche andere Stadt in Tschechien wurde so wie Franzensbad als Herkunft der Infektion untersucht? Wie viele der derzeit 10.000 Infizierten in Tschechien waren beispielsweise am Stausee Lipno, besuchten Krumau oder andere Reiseziele, die diesen Sommer ebenso hohe Besucherzahlen hatten wie unsere Stadt? Dies werden wir leider wahrscheinlich nie erfahren, weil es niemand verfolgt.“

Laut Bürgermeister Kuchař haben die Stadtverwaltung Franzensbad sowie die hiesigen Dienstleistungsanbieter während des gesamten Zeitraumes mit der regionalen Gesundheitsbehörde und dem Gesundheitsministerium eng zusammengearbeitet und alle empfohlenen Maßnahmen umgesetzt. Die Stadt stellte überdies mehr als 30.000 Atemschutzmasken sowie Handschuhe bereit, die bei Bedarf allen zur Verfügung stehen, die sie brauchen, ob Senioren, Schulen und Kindergärten, Geschäfte oder Kurhäuser. Der weltberühmte Kurort lebt weiterhin sein normales Leben samt aller Badehausbetriebe, Restaurants und Cafés.

“Man muss definitiv keine Angst haben, nach Franzensbad zu kommen. Sie werden mit Sicherheit kein größeres Risiko eingehen als beim Besuch aller anderen Reiseziele in der Tschechischen Republik”, resümiert Bürgermeister Kuchař.

Menü